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Warum Karotten so gesund sind

Mohrrüben sind nicht nur gut für die Augen. Sie stecken voller gesunder Inhaltsstoffe und Vitamine, haben dabei aber nur wenig Kalorien


Karotten gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten in Deutschland

Je nach Region heißt sie auch Möhre, Mohrrübe oder Gelbe Rübe. Die Rede ist natürlich von der Karotte. Botaniker zählen sie zur Familie der Doldenblütler. Hasen sagt man eine Schwäche für das knackige Wurzelgemüse nach, die Deutschen haben sie auf jeden Fall. Schließlich verzehrt jeder Bundesbürger durchschnittlich etwa 6,5 Kilogramm pro Jahr, gedünstet als Beilage, roh im Salat oder – seit einiger Zeit mit zunehmender Beliebtheit – als Zutat in einer Karotten-Ingwer-Suppe. Gut so: Denn schließlich sind Karotten ein gesundes Gemüse.

Karotten: Nicht nur für die Augen gut

Was in der Karotte steckt, zeigt sie uns schon von außen deutlich. Für die charakteristische orangene Farbe sind sekundäre Pflanzenstoffe verantwortlich, sogenannte Carotinoide. Zu diesen gehört Beta-Carotin. Da der Körper es in Vitamin A umwandeln kann, wird es auch als Provitamin A bezeichnet. „Eine mittelgroße Karotte von etwa 80 Gramm reicht aus, um den Tagesbedarf an Vitamin A zu decken“,  erklärt Ernährungswissenschaftlerin Gabriele Kaufmann vom Verbraucherinformationsdienst aid.


Vitamin A ist wichtig für das Wachstum von Zellen, unterstützt das Immunsystem, den Aufbau von Haut und Schleimhäuten. „Der Körper benötigt Vitamin A unter anderem zum Hell-Dunkel-Sehen“, sagt Kaufmann. Ein Mangel an dem Vitamin kann zu einer Nachtblindheit führen. Die alte Volksweisheit, dass Karotten gut für die Augen sind, stimmt also tatsächlich. Eine Kurz- oder Weitsichtigkeit korrigiert das Gemüse allerdings nicht. In diesem Fall helfen im Grunde nur eine Brille oder Kontaktlinsen mit der richtigen Sehstärke.

Schadet zuviel Beta-Carotin?

Beta-Carotin in seiner natürlichen Form – wie es beispielsweise in Karotten, Spinat oder Paprika vorkommt – gilt als gesundheitlich unbedenklich. Das stimmt jedoch nicht unbedingt für isoliertes Beta-Carotin, das in manchen Nahrungsergänzungsmitteln oder Tabletten enthalten ist. Studien zufolge erhöht es in zu hohen Dosen möglicherweise bei Rauchern das Lungenkrebsrisiko. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt deshalb, täglich nicht mehr als zwei Milligramm isoliertes Beta-Carotin zu sich zu nehmen. „Für natürliche Beta-Carotin-Quellen gilt diese Einschränkung jedoch nicht“, erklärt Kaufmann. Man hat also keine gesundheitlichen Nebenwirkungen zu befürchten, nur weil man an zu vielen Möhren geknabbert hat.



Wer einen Garten besitzt, kann dort seine eigenen Karotten anbauen

Neben Carotinoiden enthalten Karotten Vitamin K – das wichtig für die Blutgerinnung ist – und Folsäure. Letztere gehört zur Gruppe der B-Vitamine und ist an der Zellteilungsprozessen und vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Zudem enthalten Möhren Kalium und Kalzium. Im Übrigen dürfen auch Ernährungsbewusste ohne Scheu beherzt reinbeißen. Je nach Art enthalten 100 Gramm gerade einmal um die 26 Kilokalorien. Auch zum Abnehmen sind Karotten also bestens geeignet.

Karotten richtig zubereiten und lagern

Beta-Carotin ist fettlöslich, es wird vom menschlichen Körper gemeinsam mit Fetten daher leichter aufgnommen. Am besten also die Karotten zusammen mit Käse essen oder mit einem Stück Butter dünsten. Letzteres hat gleichzeitig den Vorteil, dass dabei die Zellwände aufbrechen, und das Beta-Carotin freigesetzt wird. Denselben Effekt erhält man, wenn man die Karotten kleinschneidet oder raspelt. Im Übrigen ist Beta-Carotin relativ hitzebeständig. Es geht unter Wärmezufuhr beim schonenden Garen nicht so schnell verloren wie manche andere Vitamine.

Möhren mögen es kühl und hohe Luftfeuchtigkeit. Im Gemüsefach des Kühlschranks bleiben sie etwa eine Woche haltbar. „Bei Bundkarotten das Grünzeug vorher abschneiden“, rät Ernährungsexpertin Kaufmann. Das verringert den Flüssigkeitsverlust und die Karotten bleiben länger frisch. Mit der Zeit verlieren Karotten nach und nach einen Teil ihrer Inhaltsstoffe. Am besten werden sie deshalb gar nicht erst lange gelagert, sondern frisch verzehrt. Egal ob als klassische Beilage oder moderne Suppe.



Stephan Soutschek / www.apotheken-umschau.de; 08.02.2012
Bildnachweis: Panthermedia/Jack F., Thinkstock/Hemera

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